26. März 2026
Anne Enright - Anatomie einer Affäre

Inhalt:
Eine verhängnisvolle Affäre – leidenschaftlich und schockierend offen
Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, als Gina den Familienvater Seán Vallely bei einem Gartenfest kennenlernt. Doch dann treffen sie sich zufällig wieder, trinken zu viel, landen im Bett – und verfallen einander. So beginnt eine verhängnisvolle Affäre, die jahrelang vor den Ehepartnern geheim gehalten wird. Anfangs eine Beziehung voller Leidenschaft und Glück, hält langsam das Schweigen Einzug, Gewissensbisse, Vorwürfe, Schuld – ist es Liebe? Und darf man für diese Liebe das Seelenheil seines Kindes opfern? (Quelle: Penguin.de)
Meine Meinung:
Das erste was mir an der Geschichte auffiel, war der distanzierte und kalte Ausdruck, mit dem die Autorin die Geschichte Ginas in der ICH-Form erzählt. Anfangs fand ich es befremdlich, doch irgendwie passt es und mach die Geschichte auch erst dadurch so richtig interessant. Es gibt keinen richtigen Spannungsbogen, sondern nur das langsame hintreiben auf eine Abgrund und den Fall. Und zum Schluss bleibt nur die Frage: Ist das alles was ich von meinem Leben zu erwarten habe.
Diese Geschichte als melancholisch zu bezeichnen ist untertrieben. Gina erzählt von ihren Vater, der starb als sie noch sehr jung war, von ihrer perfekten Schwester und von Connor, ihrem Ehemann. Sie liebt oder glaubt zu lieben und hofft das auch sie geliebt wird, doch dies alles tut sie ohne rosarote Brille, ohne rosarote Schäfchenwolken, sondern mit einem Skalpel, das jede noch so kleine Begebenheit seziert, um zu schauen ob das alles ist.
Diese Buch ist schonungslos. Ich habe meiner Kollegin neulich versucht zu erklären was mich an diesem Buch fasziniert und konnte es nur mit einem Autounfall beschreiben, es ist grausam und doch kann man nicht wegschauen.
Ich würde gern sagen, dieses Buch hat mich begeistert, doch das trifft es nicht. Ich Moment hab ich noch nicht das richtige Wort dafür. Doch wenn ich mich nicht gegen eine Punktevergabe auf meinem Blog entschieden hätte, würde ich dem Buch die volle Punktzahl geben.
Dieser Post erschien ursprünglich am 01.04.2012 auf SchnuffelchensBuecher.blogspot.com

